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Eigenveranstaltung

Wagner plus

Freitag, 22.05.2026, 19:30 UhrGroßer Saal
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Wagner plus

Das Orchester der Dresdner Musikfestspiele mit Jan Vogler (Violoncello) unter der Leitung von Jean-Christophe Spinosi

Programm: 
Carl Maria v. Weber - Ouvertüre zu „Der Freischütz“
Felix Mendelssohn Bartholdy, Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 „Italienische“
Edward Elgar, Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85 

Richard Wagner verehrte Carl Maria von Weber als den „deutschesten aller Musiker“ und sah ihn als Wegbereiter der romantischen deutschen Oper. Weber prägte mit Werken wie dem „Freischütz“ den deutschen Opernstil, der Wagners eigene Entwicklung hin zur durchkomponierten Musik und dem Einsatz von Leitmotiven beeinflusste, auch wenn Wagner Webers Werk kritisch-würdigend weiterentwickelte.

Das Verhältnis zwischen Richard Wagner und Felix Mendelssohn Bartholdy war von persönlicher Bekanntschaft, künstlerischem Neid und Wagners tief verwurzeltem Antisemitismus geprägt. Wagner bewunderte Mendelssohn insgeheim als vollendeten Musiker, fühlte sich jedoch konkurriert und herabgewürdigt, was ihn zur verleumderischen Schrift "Das Judenthum in der Musik" veranlasste, obwohl Mendelssohn Wagner einst beruflich förderte.

Das Verhältnis zwischen Richard Wagner (1813–1883) und Edward Elgar (1857–1934) war primär von einer tiefen, lebenslangen musikalischen Bewunderung Elgars für den deutschen Meister geprägt. Elgar gilt oft als ein „post-wagnerianischer“ Komponist, dessen Stil maßgeblich von Wagner beeinflusst wurde. 

©Foto: Carsten Beier

Jan Vogler (Violoncello)

Jan Voglers bemerkenswerte Karriere hat ihn mit namhaften Dirigenten und international renommierten Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra, New York Philharmonic, Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Gewandhausorchester Leipzig zusammengebracht. Sein großes Können ließ ihn die Klanggrenzen des Cellos ausloten und einen intensiven Dialog mit zeitgenössischen Komponisten und Künstlern aufbauen. Dazu gehören regelmäßige Uraufführungen, u.a. von Tigran Mansurian (mit dem WDR-Sinfonieorchester unter Semyon Bychkov), John Harbison (mit Mira Wang und dem Boston Symphony Orchestra), Udo Zimmermann (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Wolfgang Rihm (Doppelkonzert mit Mira Wang), das ihm selbst gewidmete Cellokonzert „Dunkle Saiten“ von Jörg Widmann sowie “Drei Kontinente – Konzert für Cello und Orchester” von Nico Muhly, Sven Helbig und Zhou-Long und „An einem klaren Tag/On a Clear Day“ von Sean Shepherd nach einem Gedichtzyklus von Ulla Hahn für Violoncello, Chöre und Orchester, welches 2023 mit dem Philharmonisches Staatsorchester unter der Leitung von Kent Nagano uraufgeführt wurde. Die New York Times bewunderte das „lyrische Gespür“ seines Cellospiels, das Gramophone Magazin lobt seine „schwindelerregende Virtuosität“, und die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestiert ihm die Gabe, „sein Cello wie eine Singstimme sprechen lassen zu können“.

Neben der klassischen Konzerttätigkeit als Solist sucht Jan Vogler stetig neue Wege Musik mit anderen Künsten zu verbinden. Im Februar 2024 gab er ein viel beachtetes Konzert mit der Lyrikerin Amanda Gorman in der Carnegie Hall, bei dem Gormans zeitgenössische Gedichte mit Cellosuiten von J. S. Bach erklangen. Das Duo war im März 2024 zu Gast bei der populären ‚Late Night Show with Stephen Colbert‘. Außerdem erregte das musikalisch-literarischen Projekt „Bill Murray, Jan Vogler & Friends – New Worlds“ mit dem Schauspieler Bill Murray weltweite Aufmerksamkeit und brachte Werke von Twain, Hemingway, Whitman, Cooper, Bernstein, Bach, Piazzolla, Mancini, Gershwin und Foster für eine unerwartete und mitreißende Erkundung der Berührungspunkte von Literatur und Musik zusammen.

Zu den bisherigen Höhepunkten von Jan Voglers Tätigkeit als Solist zählen die Auftritte mit dem New York Philharmonic, sowohl in New York als auch im Rahmen der Wiedereröffnung der Dresdner Frauenkirche unter Lorin Maazel im November 2005. Er konzertierte mit Orchestern wie den Chicago, Boston, Pittsburgh und Montreal Symphony Orchestras, dem City of Birmingham Symphony Orchestra und dem BBC Symphony Orchestra, dem Orchestra dell‘ Accademia di Santa Cecilia, den Wiener Symphonikern, den Münchner Philharmonikern und The Knights. Dabei arbeitete u.a. mit Dirigenten wie Andris Nelsons, Fabio Luisi, Sir Antonio Pappano, Marin Alsop, Thomas Hengelbrock, Manfred Honeck und Kent Nagano.

Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Jan Vogler und dem Dirigenten Kent Nagano wird seit 23 Wagners »Ring«-Tetralogie im Rahmen des Projekts »The Wagner Cycles« der Dresdner Musikfestspiele neu erarbeitet – auf Basis aktueller Erkenntnisse der Wagner- und Aufführungspraxis-Forschung und eingebunden in ein umfangreiches Rahmenprogramm. Dazu gehört auch die Erstaufführung von Richard Wagners „Siegfried-Idyll“ auf historischen Instrumenten mit einem Ensemble aus internationalen Solisten und Kammermusikern im April 2025.

Seit 2003 arbeitet Jan Vogler erfolgreich mit dem Label Sony Classical und im Laufe dieser Kooperation sind bisher rund 20 CDs entstanden. Zuletzt erschienen im März 2023 eine Aufnahme mit den Cellokonzerten von Èdouard Lalo und Enrique Casals bei Sony, im Juli 2022 The Dvorak Album mit Musikerinnen und Musikern des Moritzburg Festivals, welches Werke des Komponisten in den Mittelpunkt stellte sowie im Mai 2022 die Aufnahme Pop Songs, in welcher Jan Vogler gemeinsam mit Omer Meir Wellber und dem BBC Philharmonic die Geschichte des Popsongs der vergangenen Jahrhunderte erkundet.

Seit 2008 leitet Jan Vogler die renommierten Dresdner Musikfestspiele und ist zudem seit 2001 Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals, das 2017 sein 25-jähriges Jubiläum feierte und eine der ersten Adressen für Kammermusik weltweit ist.

2006 erhielt Jan Vogler den Europäischen Kulturpreis, 2011 den Erich-Kästner-Preis für Toleranz, Humanität und Völkerverständigung, sowie 2018 den Europäischen Kulturpreis TAURUS als Intendant der Dresdner Musikfestspiele. 2021 wurde Jan Vogler der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Jan Vogler spielt das Stradivari-Cello „Castelbarco/Fau“ von 1707.

 

©Foto: Marco Grob

Jean-Christophe Spinosi, Dirigent

Ein zutiefst humanistischer Musiker, der mühelos zeitgenössische und barocke Stile interpretiert und eine brilliante internationale Karriere verfolgt. Als Gründer und musikalischer Leiter des Ensemble Matheus tritt er regelmäßig im Théâtre des ChampsÉlysées, im Theater an der Wien, bei den Salzburger Festspielen, im Liceu in Barcelona und in der Staatsoper Berlin auf. Er hat zahlreiche einzigartige und unkonventionelle Projekte ins Leben gerufen, die das barocke Repertoire mit anderen Musikstilen und zeitgenössischen Kunstformen wie Rap, Breakdance und Graffiti-Kunst verbinden.
Die Welt der Sinfonie- und Opernmusik öffnete ihm schnell ihre Türen und erkannte seine kühnen Interpretationen an. Er ist regelmäßiger Gast der renommiertesten internationalen Orchester, darunter die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das Orchestre de Paris, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Wiener Symphonieorchester, das Konzerthausorchester Berlin, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, das Spanische Nationalorchester, das Philharmonische Orchester Monte Carlo, das hr-Sinfonieorchester Frankfurt, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Scottish Chamber Orchestra, das Moskauer Nationale Kammerorchester, das Königliche Philharmonische Orchester Stockholm, das New Japan Philharmonic in Tokio und das Osaka Philharmonic.
Zu seinen künstlerischen Partnern zählen Solisten wie Cecilia Bartoli, Philippe Jaroussky, Janine Jansen, Maxim Vengerov, Maria João Pires, Marie- Nicole Lemieux, Natalie Dessay, Jakub Józef Orliński, Marina Viotti und Daniel Lozakovich.
Zudem dirigierte er regelmäßig in der Philharmonie Berlin, der Carnegie Hall, dem Wiener Konzerthaus, dem Palais Garnier, der Suntory Hall, der Wiener Staatsoper und der Royal Albert Hall in London.
Jean-Christophe Spinosi verfügt über eine umfangreiche Diskografie mit Aufnahmen bei Naïve, Deutsche Grammophon und Decca. Seine Einspielungen wurden mit großem Erfolg veröffentlicht und von zahlreichen internationalen Organisationen hoch gelobt.

©Foto: Jean-Baptiste Millot

Das Orchester der Dresdner Musikfestspiele

... DEM ORIGINALKLANG AUF DER SPUR ...

Wie sich leidenschaftliche Spielfreude und kenntnisreiche Interpretationen meisterhaft verbinden lassen, zeigt das Dresdner Festspielorchester. Der 2012 von den Dresdner Musikfestspielen gegründete Klangkörper für historische Aufführungspraxis widmet der spannenden Spurensuche nach dem originalen Klang eines Werkes. Das Kernrepertoire liegt in der Epoche der Romantik.

Die einmalige Klangstärke des Orchesters resultiert auch aus seiner internationalen Besetzung, speisen sich die Mitglieder doch aus so renommierten Alte-Musik-Ensembles wie der Academy of Ancient Music, dem Orchester des 18. Jahrhunderts, dem Balthasar-Neumann-Ensemble, dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique, dem Concentus Musicus Wien, Il Giardino Armonico, Le Cercle de l’Harmonie, Concerto Köln, der Akademie für Alte Musik Berlin oder den English Baroque Soloists. Diese vielseitigen Kenntnisse und Spielarten schaffen das Fundament für die frische und authentische Herangehensweise des Ensembles, das auf Originalinstrumenten entsprechend Entstehungszeit und historischem Hintergrund den Klang von gestern zu neuem Leben erweckt.

Schon bei seiner umjubelten Premiere konnte der Klangkörper Presse und Publikum vollends überzeugen. 2015 wurde die fulminante Wiederentdeckung der in Dresden uraufgeführten Oper »Feuersnot« von Richard Strauss (eine Koproduktion mit der Sächsischen Staatsoper Dresden) für den »International Opera Award« in der Kategorie »Richard Strauss Jubiläumsproduktion« nominiert.

Seit 2012 ist Ivor Bolton Chefdirigent des Dresdner Festspielorchesters. Zu den renommierten Gastdirigenten zählen u. a. Hans-Christoph Rademann, Johannes Klumpp, Josep Caballé Domenech, Constantinos Carydis, David Robertson und Jean-Christophe Spinosi. Ein Höhepunkt war die Aufführung aller Schumann-Sinfonien unter der Leitung von Daniele Gatti. Zu den namhaften Solisten, mit denen der Klangkörper konzertierte, gehören Giuliano Carmignola, Isabelle Faust, Bejun Mehta, Waltraud Meier, Valer Sabadus, Nicola Benedetti, Thomas Zehetmair, Simone Kermes, René Pape, Martin Helmchen und Jan Lisiecki. Neben gefeierten Auftritten im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele war das Orchester u. a. in der Berliner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg und beim Musikfestival in Bogotá zu Gast. Im November 2025 gastierte es unter der Leitung von Kent Nagano in Thessaloniki (Griechenland).
Im Oktober 2016 erschien die erste Aufnahme mit Schumanns Zweiter Sinfonie und dessen Cellokonzert mit Jan Vogler als Solist.

2023 begann in Dresden mit »The Wagner Cycles« das einzigartige Aufführungsprojekt von Wagners »Ring« aus historisch informierter Sicht. Gemeinsam mit Concerto Köln und unter der künstlerischen Gesamtleitung von Kent Nagano und Jan Vogler erarbeitet das Dresdner Festspielorchester die komplette Tetralogie bis 2026 im Kontext seiner Entstehungszeit sowie auf Basis aktuellster Erkenntnisse der Wagner- und Aufführungspraxis-Forschung neu. Nach dem »Rheingold« 2023 (Premiere: Dresdner Musikfestspiele; Tournee: Kölner Philharmonie, Ravello Festival, Lucerne Festival), »Die Walküre« 2024 (Premiere: Prager Staatsoper; Tournee: Concertgebouw Amsterdam, Kölner Philharmonie, Elbphilharmonie Hamburg, Dresdner Musikfestspiele, Lucerne Festival) und »Siegfried« 2025 (Premiere: Prager Staatsope; Tournee: Philharmonie de Paris, Kölner Philharmonie, Dresdner Musikfestspiele, Lucerne Festival) findet das Projekt 2026 mit der »Götterdämmerung« seinen großangelegten Abschluss. Nach der Premiere bei den Dresdner Musikfestspielen folgt eine Tournee mit Stationen im Friedrichsforum Bayreuth, in der Elbphilharmonie Hamburg, in der Kölner Philharmonie, beim Lucerne Festival und am Théâtre des Champs-Élysées.


Details zur Veranstaltung

Einlass Friedrichsforum: 18.00 Uhr
    Einlass Saal: 19.00 Uhr
      Beginn: 19.30 Uhr

        Veranstalter

        Friedrichsforum
        Friedrichstraße 19
        95444 Bayreuth

        Logo Friedrichsforum