Wagners Sohn und Zeitgenossen
Sonntag, 09.08.2026, 18:00 UhrGroßer Saal
Wagners Sohn und Zeitgenossen
Auf dem Programm dieses großen Orchesterkonzerts stehen seltene Werke – zum Teil in Ur- und Bayreuther Erstaufführungen – von Siegfried Wagner, der die Festspiele in schwierigen Zeiten geleitet und modernisiert hat, sowie von drei bedeutenden Wagner-Dirigenten seiner Zeit, die auch selbst komponierten.
Mitwirkende sind Sharon Azrieli (Sopran), Nadja Kristi (Sopran), Ks. Roman Trekel (Bariton), der Chor der Stadtkantorei Bayreuth und das Westböhmische Symphonieorchester unter der Leitung von David Robert Coleman.
Programm:
Hermann Levi: 6 Lieder, op. 2 (1900, orch. von David R. Coleman)
Franz von Hoeßlin: Kammerstück Nr. 2 (1919)
Bruno Walter: Allerseelen op. 10 (UA)
Siegfried Wagner:
›Jüngling! Ahnungsloser!‹ aus: ›Sternengebot‹ (op. 5, 1908)
›Hört! Der Muffel sprengt dort heran!‹ aus: ›Der Bärenhäuter‹ (op. 1, 1898)
›Das Feuer lebt der Erde Tod‹ aus: ›Rainulf und Adelasia‹ (op. 14, 1922)
›Friedens-Hymne‹ (1918)
Pause
›Symphonie‹ (1925/27)

David Robert Coleman
Der Komponist und Dirigent David Robert Coleman wurde in einer deutsch-englischen Familie in London geboren. Er studierte Klavier, Dirigieren und Komposition am Royal College of Music London sowie Musikwissenschaft am King’s College Cambridge (Dissertation über Bergs »Altenberg-Lieder«). Weitere Kompositionsstudien erfolgten bei George Benjamin in London und Wolfgang Rihm in Karlsruhe.
Kompositionen von David Robert Coleman wurden in Auftrag gegeben und gespielt von internationalen Orchestern und Ensembles wie dem Orchestre symphonique de Montreal, dem Youth Orchestra of the Americas, dem Ensemble Intercontemporain, dem Ensemble Modern, dem SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und dem Mahler Chamber Orchestra. Zur Eröffnung der Münchner Opernfestspiele 2007 schrieb er eine kammermusikalische Bearbeitung von Blochs »Schelomo«, die im jüdischen Kulturzentrum aufgeführt wurde. Im März 2012 kam das Stück »Ibergang« für Klarinette und Orchester unter seiner Leitung mit dem hr-Sinfonieorchester zur Aufführung. Seine Werke werden von Éditions Alphonse Leduc Paris und Ries und Erler Musikverlag Berlin veröffentlicht.
Als Gastdirigent erhielt er Einladungen von Orchestern wie dem Orchestre symphonique de Montreal, dem hr-Sinfonieorchester, dem Philharmonia Orchestra, dem Youth Orchestra of the Americas, dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Ensemble Modern, den Bremer Philharmonikern, der Jungen Deutschen Philharmonie, dem London Philharmonic Orchestra und dem Saarländischen Staatsorchester (Uraufführung von Pendereckis Trompetenkonzert).
Von 2006 bis 2009 war David Robert Coleman Assistent des GMD und Dirigent an der Bayerischen Staatsoper München. Seit 2010 ist er an der Staatsoper Unter den Linden tätig.

Roman Trekel
Nach seiner Gesangsausbildung wurde der Bariton Roman Trekel Ensemblemitglied an der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Diesem Haus und Daniel Barenboim bleibt er bis heute verbunden. Er gastierte an Opernbühnen wie dem Teatro alla Scala di Milano, dem Royal Opera House, den Staatsopern von München und Hamburg, der Semperoper Dresden, den Opernhäusern in Amsterdam, Brüssel, Wien, Zürich, Tokio und bei den Bayreuther Festspielen, wo er vor allem in seiner Paraderolle als Wolfram von Eschenbach in Tannhäuser brillierte. Über die Partien seines Fachs (Graf Almaviva, Posa, Valentin, Don Alfonso und viele andere) hinaus beeindruckt Roman Trekel seit einigen Jahren in Rollen des dramatischen und des Charakterfachs, etwa als Beckmesser (Die Meistersinger von Nürnberg), Amfortas (Parsifal), Faust (Doktor Faust von Busoni) und Wozzeck. Neben seiner Tätigkeit auf der Opernbühne ist er ein gefragter Konzertsänger und musizierte bereits u. a. mit den Berliner Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, Cleveland Orchestra, Houston Symphony Orchestra, Israel Philharmonic Orchestra, den Münchner Philharmonikern unter Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Pierre Boulez, Zubin Mehta, Christian Thielemann sowie Kent Nagano. Roman Trekel gilt als einer der erfolgreichsten Liedinterpreten seiner Generation. Seit über zwei Jahrzehnten unterrichtet er Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, gibt Meisterkurse und wird regelmäßig als Juror zu internationalen Wettbewerben eingeladen.

Sharon Azrieli
Die aus Montreal stammende Sopranistin Sharon Azrieli feierte internationale Erfolge an weltberühmten Veranstaltungsorten wie der Carnegie Hall, der Metropolitan Opera und der Opéra Bastille de Paris. Im Jahr 2019 wurde sie für ihre Leistungen als Künstlerin mit dem Nationalorden von Quebec (Chevalière du Québec) ausgezeichnet.
Im Laufe ihrer langen internationalen Karriere als Opernsängerin hat Sharon unter anderem die Rollen der Aida, La Gioconda, Mimi und Musetta in La Bohème, Suzanna und Marcellina in Le Nozze di Figaro, Adriana Lecouvreur, Leonora in Il Trovatore und La Forza del Destino, Juliette in Romeo und Juliette und Liu in Turandot gesungen. Sie hat große Oratorien gesungen, darunter Verdis und Mozarts Requiems, Beethovens Sinfonie Nr. 9, Bernsteins Songfest und Kaddish mit großen Orchestern wie dem Orchestre Symphonique de Montréal, dem Orchestre Métropolitain und dem New England Symphonic Ensemble.

Nadja Kristi
Die Sopranistin Nadja Kristi (Korovina) zählt zu den markanten dramatischen Stimmen ihrer Generation. Mit ihrem kraftvollen, leuchtenden Sopran, großer Bühnenpräsenz und intensiver Ausdruckskraft begeistert sie regelmäßig Publikum und Presse an bedeutenden Opern- und Konzerthäusern in Deutschland und Europa.
Ihr Repertoire umfasst zentrale Partien des lyrisch-dramatischen und dramatischen Fachs, mit denen sie vielfach gefeierte Erfolge erzielte.
Ihr Opernstudium absolvierte sie mit Auszeichnung an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und ergänzte es durch eine weiterführende künstlerische Ausbildung im Bereich Oper und Konzert.
Von 2008 bis 2013 gehörte sie dem Chor der Staatsoper Berlin an und arbeitete parallel intensiv an ihrem Solorepertoire, unter anderem mit Paata Burchuladze.
Es folgten Engagements an renommierten Häusern wie der Deutschen Oper Berlin sowie zahlreiche Einspringrollen. Ihre Konzerttätigkeit führte sie unter anderem in die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie Hamburg, nach Leipzig, Hannover, Bremen, Stettin, Boswil und Taschkent.
Seit 2018 ist sie regelmäßig als Solistin in Beethovens Neunter und Mozarts Requiem zu hören.
Stadtkantorei Bayreuth
Die Stadtkantorei ist ein gemischter Chor der sich neben der musikalischen Ausgestaltung der Gottesdienste besonders auch der konzertanten Aufführung geistlicher Musik aus den verschiedensten Epochen verpflichtet hat.
Details zur Veranstaltung
Veranstalter
Friedrichsforum
Friedrichstraße 19
95444 Bayreuth
